Wurfgewichte 
Wenn man Wurfgewichte meint, spricht man beim Brandungsangeln meist von "Bleie". Tatsächlich ist Blei das am häufigsten verwendete Material zur Herstellung von Brandungs-Wurfgewichten.
Dies hat verschiedene Gründe. Einerseits weist Blei eine recht hohe Dichte auf, das heißt wenig Volumen bei relativ viel Gewicht, dadurch wenig Luftwiderstand. Außerdem läßt es sich leicht verarbeiten und ohne Probleme in die verschiedensten Formen giessen. Der relativ niedrige Schmelzpunkt erlaubt sogar, daß man sich seine Blei-Wurfgewichten selber herstellen kann.
Der einzige Schönheitsfehler bei Blei ist, daß es ein giftiges Schwermetall ist und daß deshalb bei der Selbstverarbeitung strikt darauf zu achten ist daß man es am besten im Freien gießt, oder in sehr gut belüfteten Räumen. Natürlich verlieren Blei-Wurfgewichte auch nach dem Erkalten Bleimoleküle, z.B. auf dem Gewässergrund. Es gibt hier noch keine umfassenden Untersuchungen wie der Einsatz von Blei beim Angeln sich auf die Gewässerqualität auswirkt, jedoch ist eindeutig nachgewiesen daß Schwermetalle für viele Erkrankungen verantwortlich sind.
Als Folge gibt es schon viele Gewässer (Binnengewässer) wo nicht mehr mit Blei geangelt werden darf, in Dänemark darf offiziell kein "Neues" Blei mehr über den Ladentisch gehen (die Vorräte der Händler dürfen noch verkauft werden (...). Bis zu gewissen Größen wird gerne Wolfram als Ersatz genommen, jedoch dürfte ein Brandungsblei aus Wolfram wohl um die 50 bis 100 EURO kosten und da wäre jeder Abriss noch schmerzhafter ;o)
Als realistische Alternative zu schwereren Bleien gilt Eisen. Dieses verrottet unschädlich für die Umwelt und läßt sich zwar nicht selbst, aber industriell recht günstig verarbeiten. Eine große deutsche Angelzubehör-Firma hat schon seit Jahren die Pläne eine ganze Serie von schwermetallfreien Wurfgewichten auf den Markt zu bringen, unter anderen auch Brandungs-Krallenbleie. Diese Wurfgewichte sollen preislich nicht wesentlich teurer als Blei-Wurfgewichte werden. Mittlerweile habe ich schon oft Werbung für diese "Bleifreien" Wurfgewichte gesehen, nur die Gewichte habe ich noch bei keinem Händler sehen oder bestellen können (falls jemand weiß wo es diese Gewichte gibt, bitte eine e-mail an mich, oder ins Forum schreiben).
 
Die typischen Brandungs-Formen
Beach-Bomb
Als der absolute Brandungs-Klassiker gilt die von der britischen Firma DCA entwickelte "Beach-Bomb" Form. Das besondere an dieser Form ist ihr geringer Luftwiderstand beim Werfen.
Es gibt diese oft kopierte Form, mit und ohne Führungsstange (Tail). Mit der Stange tendiert das Gewicht während des Fluges nicht so stark zum "Wackeln". Dieses Wackeln ensteht wenn man einen etwas zu ruckartigen Wurfstil hat, das Blei fängt dann an zu vibrieren und dies geht stark auf die erreichte Wurfweite. Andererseits bietet die Führungsstange auch etwas Luftwiderstand und deshalb beeinflußt sie auch die Wurfweite. Der Brems-Effekt durch die Führungsstange ist aber nicht so stark wie der des wackelnden Bleies.
Deshalb, wenn man dazu neigt ruckartig zu werfen, sollte man die Version mit Stange nehmen. Wenn man einen sauberen Wurfstil hat dann lieber die ohne.
Diese glatten Wurfgewichte werden benutzt wenn das Gewicht am Meeresgrund in Bewegung sein darf oder soll. Verschiedene Taktiken verlangen, daß das System regelmäßig bewegt wird. Dies soll zum Einen erlauben, Fische durch die Vibrationen des über den Grund schleifenden Gewichtes anzulocken (Seitenlinienorgan) und zum Anderen eine größere Fläche mit einer Beköderung abzufischen.
Problematisch wird das "Bewegenlassen" dann wenn Steine oder andere Hindernisse auf dem zu befischenden Grund sind. Hier läuft man Gefahr daß sich das Gewicht irgendwo festsetzt und es zu einem Abriß kommen kann.
Ein weiterer wichtiger Grund dafür warum von den erfahrenen Brandungsanglern in Deutschland am liebsten diese glatte Form gewählt wird ist der, daß man mit ihr sehr gut den Ablegewurf machen kann. Im Gegensatz zu Krallenbleien, verfangen sich diese Gewichte bei der Wurf-Beschleunigung vom Boden nicht im Sand oder an Steinen, etc..
Um diesem Problem auch mit Kralle zu entgegnen, kann man ein Stück Regenrinne mit an den Strand nehmen. Tatsächlich wird es manchmal gemacht, man legt das Blei zum Abwerfen in die Rinne und kann dort dann ohne irgendwo hängen zu bleiben in den Wurf beschleunigen.
 
"Beach-Bomb" ohne

und mit Führungsstange
Kralle
Der zweite Klassiker in der Brandung, das Krallenblei. Bei den Fotos rechts ist die Grundform die des "Aqua-Zoom".
Der Gewichtsschwerpunkt ist beim "Aqua-Zoom" weiter vorne. Diese Form ist der Vorläufer der "Beach-Bomb" bei den Turnierwettbewerben des U.K.S.F. Das bedeutet, daß sich herausgestellt hat, daß die "Beach-Bomb"-Form bessere Flugeigenschaften hat als die des "Aqua-Zoom", zumindest ohne Krallen.
Was für die glatten Wurfgewichte in Hinsicht auf das Wurfverhalten mit und ohne Führungsstange gilt, zählt gleichermaßen auch für die Krallenbleie.
Manchmal ist es sinnvoll daß man sein System so fest wie möglich am Boden hat, zum Beispiel um nicht in die Nachbar-Systeme zu treiben. Hier benötigt man dann Bleie mit Krallen (Drähte).
Diese Krallen gibt es feststehend oder beweglich. In der Brandung haben feststehende Krallen kaum Bedeutung, da sie viel zu schwer einzukurbeln sind. Bei den beweglichen Krallenbleien klappen die Drähte um sobald man anfängt diese einzuholen. Je nach Biegewinkel und eventueller zusätzlicher Befestigung, zum Beispiel durch ein Gummiband (um die Krallen gelegt) lassen sich diese Gewichte leichter oder schwerer vom Boden lösen.
Ein Krallenblei ist auch oft eine Hilfe wenn die Fische vorsichtig beissen. Durch den kräftigen Widerstand den das am Boden festsitzende Gewicht hat, wirkt eine wesentlich größerer Kraft auf den "Penetrierpunkt" des Hakens. Daß heißt der Haken faßt schneller und besser als es bei einem losen Blei der Fall wäre. Ein weiterer Vorteil ist der, daß man mit einer Kralle immer etwas mehr Zug auf der Rutenspitze haben kann und so eine größere Biegung in dieser hat. Wenn jetzt ein Fisch den Köder nimmt und gehakt wird reißt er in der Regel die Kralle los. Die Rutenspitze hat jetzt keine Spannung mehr und verliert die Biegung. Auch wenn man mal nicht hingesehen hat erkennt man nun recht deutlich daß etwas an dem Köder passiert ist.
 Krallenblei ohne

und mit Führungsstange

Besonderes
Blei mit Aufsteigehilfe

 
Lead-Lift
Eine sehr praktische Hilfe wenn es um "Hängerminimierung" geht.
Diese "Flügel" verbessern nicht etwa das Wurfverhalten, nein sie bremsen sogar gehörig. Der eigentliche Zweck ist der, das Gewicht so schnell wie möglich an die Oberfläche und somit außer Reichweite für Hänger zu bringen.
Tatsächlich funktionieren die "Lead-Lifts" der Firma "Breakaway" perfekt und das Blei kommt wirklich einige Meter hinter der Stelle, wo es auf dem Meeresgrund lag wieder an die Oberfläche.
Als Kostengünstigere Variante gibt es diese Flügel auch zum auf die Vorfachschnur ziehen, allerdings kostet daß dann noch mehr Weite beim Werfen.
Man kann sich diese Form natürlich auch selber aus etwas dickerem Plastik zuschneiden.
 
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